Location: Gebäude 9, Köln
Datum: 26.01.2015

Funeral For A Friend mit No Bragging Rights und Fjørt

Funeral For A Friend mit No Bragging Rights und Fjørt im Gebäude 9 Köln 26.01.2015 (2015) Die letzte Tour von FUNERAL FOR A FRIEND führte die im Oktober 2013 ins Kölner Underground. Die Show war mit etwa 250 Leuten gut besucht, aber nicht ausverkauft. Nachdem man zunächst das kleinere MTC als Location buchte, wurde die Show in das gut 600 Leute fassende Gebäude 9 verlegt, welches man sogar ausverkaufen konnte. Scheinbar hat man sich mit dem letzten Album "Conduit" wieder einige Fans erspielen können.
Schon bei der deutschen Band FJØRT ist das Gebäude 9 sehr gut gefüllt und man kommt nur mit größter Mühe in die Konzerthalle der Location. Die deutschsprachige Melodic Hardcore-Gruppe ist in den letzten 12 Monaten erstaunlich bekannt geworden und so kann man sich auch heute über ein paar Fans in den vorderen Reihen freuen. Das Trio legt eine sehr routinierte Show hin, die jedoch nicht den Spaß vermissen lässt. Besonders Bassist David schmeißt sich in wilde Posen und heizt dem Publikum ordentlich ein. Nach einer knappen halbe Stunde ist dann jedoch Schluss.
Jedoch geht es mit NO BRAGGING RIGHTS nach einer kurzen Umbaupause weiter. Die amerikanische Band vermischt prolligen Hardcore mit Melodie und beinahe pop-punkigen Refrains. Der Großteil des Sets besteht aus Songs des aktuellen Albums "The Concrete Flower". Nummern wie 'Outdated', welchem ein langer (vielleicht zu langer) Monolog über Depression vorweg geht, oder 'Brave Hearts' kommen sehr gut an. Während der harten Passagen ist mächtig viel los im kleinen aber heftigen Pit vor der Bühne. Die Musiker legen sich ebenfalls sehr ins Zeug und es herrscht ordentlich Bewegung auf den Brettern. Genau wie bei FJØRT bin ich positiv überrascht von dem extrem guten Sound. Die Instrumente klingen voll und druckvoll, dabei aber zu keinem Zeitpunkt übersteuert oder matschig. Ich glaube, dass ich selten einen so klaren und guten Livesound erlebt habe. Einzig der Gesang klingt bei den klaren Passagen ab und an etwas zu gepresst, doch dafür kann der kompetente Soundmensch allerdings nichts. Und das tut der extrem guten Show von NO BRAGGING RIGHTS auch keinen Abbruch.
Dann betreten die Emo-Helden von FUNERAL FOR A FRIEND die Bühne. Genau wie 2013 gibt es kein Intro, sondern nur eine kurze Begrüßung bevor man zu den Songs übergeht. 'Penicil Pusher' vom brandneuen Album "Chapter and Verse" wird als Einstieg benutzt. Da das Album in Deutschland erst drei Tage erhältlich ist, sind die Reaktionen zunächst noch etwas zurückhaltend. Zumal genau hier der Sound etwas schwächer ist als bei den beiden Vorbands - was sich jedoch während der nächsten zwei Songs verbessert.
Scheinbar will das Publikum bekannte Nummern hören, vorzugsweise von den ersten beiden Alben "Casually Dressed & Deep In Conversation" und "Hours". Für mich kommen die Debüt-Nummern 'Bend Your Arms To Look Like Wings' und 'Storytelling' etwas unerwartet, da diese beiden Knüller sonst leider nicht gespielt werden. Auch vom letzten Album "Welcome Home Armageddon" werden wieder mehr Songs in die Setlist integriert. Wie so oft gibt es allerdings nichts von den beiden Alternative Rock-Ausflügen "Tales Don't Tell Themselves" und "Memory and Humanity" auf die Ohren. Da sollte sich FUNERAL FOR A FRIEND demnächst wieder etwas trauen, immerhin kam das Material auf den jeweiligen Touren nicht gerade schlecht an. Die Band macht eine gute Figur und hat sichtlich Spaß alte und neue Songs zu spielen. Zugeben: Das Kölner Publikum ist heute wesentlich aktiver als beim letzten Besuch der Waliser. Auch der Aushilfsbassist der Truppe liefert eine gute Performance. Laut Sänger Matthew Davies hat der Mann in gerade einmal 24 Stunden die Songs gelernt. Von Unsicherheit keine Spur!
Eine volle Stunde gibt FUNERAL FOR A FRIEND Vollgas und endet mit einem Doppel aus 'Juneau' und 'Roses For The Dead'. Leider gibt es heute kein 'Escape Artists Never Die', da man scheinbar um 23 Uhr die Bühne in Köln zu räumen hat. Unzufrieden sollte dennoch keiner der Anwesenden hier in Köln sein.