Location: Underground, Köln
Datum: 22.10.2014

Escape The Fate mit Glamour of the Kill

Rezensionen (2014) ESCAPE THE FATE stand irgendwie immer im Schatten von ex-Sänger Ronnie Radke, der das Debüt "Dying Is Your Latest Fashion" einsang und auch zum großen Teil komponierte. Dabei hat die Band mit Nachfolger Craig Mabbit immerhin drei weitere Alben veröffentlicht. Nach jahrelangen Streit zwischen ESCAPE THE FATE und Radke und seiner neuen Band FALLING IN REVERSE wurde das Kriegsbeil mit einer gemeinsamen US-Tour begraben und scheinbar hat auch ESCAPE THE FATE mit dem Debütalbum abgeschlossen, da auch dieser Visitre kein einziger "Dying Is Your Latest Fashion"-Track gespielt wird.
Da die Metal-Legende ACCEPT nur eine Straße weiter spielt, sieht es mit der Parkplatzsuche heute etwas schwer aus und so verpasse ich die erste Band NEW YEAR'S DAY. Für GLAMOUR OF THE KILL bin ich jedoch rechtzeitig da. Ich bin erstaunt, dass die Gruppe so beliebt ist, da man nur noch euphorisches Kreischen hört als die Lichter im Underground ausgehen. 'Break' eröffnet das Set des Quartetts, welches modisch sehr auf Rock'n'Roll macht. Auch musikalisch kann man die Vorliebe zur Rockmusik der 80er erkennen, jedoch paart man diese mit Metal und Breakdowns. Nicht nur einmal muss ich an eine Mischung aus den rockigen PAPA ROACH und BULLET FOR MY VALENTINE denken. Allerdings stört mich etwas in Köln der Einsatz von Techno-Sounds. Diese sollte die Gruppe etwas herunter fahren, da sonst die Songs irgendwie zu gleich klingen.

Performance-mäßig gibt es jedenfalls nicht viel zu motzen, da die Briten ihr Publikum im Griff haben. Noch besser gelingt dies aber ESCAPE THE FATE. Mit 'You're Insane' vom neuen Album "Ungrateful" legt das Quintett schön rockig los. Die Mischung aus Emo, Glam Metal/Sleaze und Metalcore, welcher besonders auf den letzten beiden Alben sehr zum Tragen kam, steht der Band gut. Auch die nachfolgenden Nummern 'Issues', 'Gorgeous Nightmare' und '10 Miles Wide' können überzeugen und das Publikum zu viel Bewegung und lautem Mitsingen veranlassen. Das Quintett scheint in bester Laune zu sein und lässt sich diese nicht von offensichtlicher Hut-Armut vermiesen. Es ist schon auffällig, wie oft der Hut von Gitarrist Thomas 'TJ' Bell herumgereicht wird und auf anderen Köpfen zu finden ist. Gute Laune kann ESCAPE THE FATE allerdings auch haben, da das Underground nicht nur restlos ausverkauft ist, sondern die Fans auch ordentlich Spaß an der Show haben. Höhepunkt für mich ist 'Until We Die', welches von den Kids lautstark mitgesungen wird. Scheinbar braucht niemand mehr 'Situations' oder 'Not Good Enough For The Truth In Cliche' vom Debütalbum. ESCAPE THE FATE haben sich von der Vergangenheit gelöst und präsentierten dies auf dieser Show mehr als eindrucksvoll. Dennoch hätte ich persönlich gerne ein paar Songs von "Dying Is Your Latest Fashion" gehört, weil ich das Album auch noch acht Jahre nach der Veröffentlichung sehr gerne höre. Nach dem Brecher 'Ungrateful' und dem rockigen 'One For The Money' verabschieden sich Craig Mabbit und Co, kommen jedoch für eine Zugabe wieder auf die Bühne. 'This War Is Ours (The Guillotine II)' schließt das eine Stunde lange Konzert in Köln der Gruppe glanzvoll ab. Da braucht auch niemand mehr Ronnie Radke zurück.